Es ist nicht immer leicht, nachhaltig zu sein

Oder: Wieder eine Ebay-Kleinanzeigen-Erfahrung.
Mit den Jahren sammeln sich Erlebnisse mit Käufen und Verkäufen bei Ebay(-Kleinanzeigen) an und einige Male schrub ich ja auch schon hier darüber: Klick.
Jetzt war folgendes: Unsere Spülmaschine hat den Geist aufgegeben. Zwar nur so halb, aber eine entscheidende Hälfte: Sie heizte nicht mehr und spülte nur noch mit kaltem Wasser. Vermutlich hätte man das reparieren können, wenn man irgendwie einen Heizstab/Spirale oder ähnliches austauscht. Aber die Maschine war auch mit noch warmen Wasser nicht mehr so gründlich, die Gläser im oberen Fach wurden seit einiger Zeit nicht mehr so ganz sauber.

Eine neue muss her
Und das durfte sie auch, denn sie ist nicht nur schon viele Jahre in unserem Besitz, sondern wir haben sie damals gebraucht erworben, sie ist also noch älter. Ich weiß sogar, von wem: Von Kai, meinem Ex-Kollegen. War es damals im Tausch für den Bau der Katzenwendeltreppe oder für den schmiedeeisernen Kronleuchter? Vermutlich letzteres. Egal. Die Maschine hat auf jeden Fall ihren CO2-Fußabdruck schon gut weggespült.
Da die Zeiten vorbei sind, wo man den Quelle-Katalog hervorkramt und auf Seite Vierhundertx vorblättert, ist natürlich der erste Reflex: Mal eben online gucken, was denn eine neue kostet. Aber irgendwie wollte ich gar kein neues Gerät. Da gibt es doch bestimmt Menschen, die eine neue Küche bekommen oder mit ihrem Partner zusammen ziehen oder oder, wo dann eine funktionsfähige Spülmaschine übrig ist? So ist es auch: Man schaut bei Ebay-Kleinanzeigen und findet reichlich. Preislich schwankt das zwischen geschenkt und nahe am Neupreis, die Qualität der Inserate schwankt genauso. Meistens nur zwei Fotos und einzeiliger Text. Selten eine ausführliche Beschreibung. Ich nahm mit zweien Kontakt auf. Die meldeten sich aber im Laufe des Tages nicht zurück. Dann schrieb ich einen Dritten an, der nicht in die erste Auswahl kam, weil die Maschine schwarz ist. Der wollte 55,- Euro. Und er antwortete sofort. Nach dem üblichen hin und her machten wir Ort und Zeit klar.
Ich fuhr gleich mit dem Anhänger hin. Die Spülmaschine stand schon im Treppenhaus und machte einen nahezu neuwertigen Eindruck. Alles sauber, selbst hinten. Nun kam die unvermeidliche Frage von mir: „Warum verkaufst du die denn?“. Da hätte ich schon stutzig werden können: Ja nee, die Farbe wäre nicht so seins und seine Freundin… bla blubb. Aha. Er versicherte mir, dass die läuft. Ich gab ihm nen Fuffi („Fünf Euro Spritgeld abgezogen“) und er musste noch mit anpacken, um sie runter zu tragen. Biste allein? Sowas macht man doch zu zweit? Aber nicht Montag vormittags… Wir stellten die Maschine auf den Anhänger, er erwähnte eine gute Bewertung bei EKa, ich sagte „Tschüss“ und auf einmal haut er raus: „Also wenn die Maschine nicht läuft, dann kann ich da echt nichts für, bei mir ging die immer!“ Hä? Toll, nun wars zu spät. Das wird ja spannend.
Ich fuhr nach Hause und lud die Maschine allein ab (vom Gewicht gehts, aber die sind sooo sperrig). Die alte Maschine aus dem Loch gezogen, erstmal Spinnenweben und Krümel wegsaugen, war aber nicht so wild. Nun schloß ich die neue Maschine an, wuppte sie aber noch nicht in die Lücke. Erstmal gucken. Ich stellte eine Tasse rein und schaltete sie an. Es sind einige Knöpfe vorhanden, aber die Bedienung ist nicht kompliziert. Nun fing sie an, die üblichen Spülmaschinenanfangsgeräusche zu machen und nach fünf Minuten fing sie an zu piepsen und irgendwelche Lämpchen blinkten. Na Toll. Da haben wir es. Wurde ich hereingelegt? Aber ich gab noch nicht auf. Wer piepst, der lebt noch. Also Internet angeschmissen, diversen Blödsinn gelesen aber auch eine hilfreiche Aussage gefunden: Das Piepsen deutet auf einen ausgelösten Schwimmschalter o.ä. hin. Na, da wollen wir doch mal gucken!

Nun wird es technisch
Es handelt sich bei der Maschine um eine o.k. ODS 6021 E FS B. Entgegen der Aussage eines arrogant auftretenden Typen im Netz kommt man bei der Maschine nicht von vorn an die Wanne unten. Man bekommt nicht mal die vordere Sockelleiste ab, versucht es nicht, die geht kaputt! Nein, man muss von unten ran. Dazu später. Nun öffnete ich die Klappe, nahm unten das Sieb raus und musste feststellen: Unten im Pumpensumpf befand sich noch ein klein wenig Wasser. Sollte das nicht leer sein? Anders als einer Youtube-Video-Empfehlung folgend nahm ich keinen Schwamm sondern kurzerhand unseren Nass-Sauger und saugte alles Wasser raus. War nicht viel.
Danach kippte ich die Maschine etwas auf die Seite, lehnte sie an eine Klappbox und konnte sie nun von unten sehen. Der Boden ist eine große strukturierte Plastik-Platte, die vorn mit einer Schraube gesichert ist. An den Seiten ist sie mit einer Art Clips fixiert. Die kann man mit nem Schraubenzieher auslösen, die Bodenplatte ist dann frei. Fast frei: In der Mitte ist der Schwimmer samt Schalter und da sind natürlich Kabel dran. Es sah aber alles pikobello aus, wie Werksneu. Kein Dreck, kein Gammel. Ich betätigte den Schwimmer ein paar mal, ich drückte die Kontakte hier und da nach und machte den Boden wieder fest. Das ging alles recht flott. Sonst konnte ich erstmal nix machen. Ich stellte die Maschine wieder gerade und an, wartete und wartete die fünf Minuten ab, bis sie vielleicht piepste? Aber nein, sie lief durch! Im Eko-Modus sogar sehr lange, dafür schön leise! Jetzt schob ich sie an ihren Platz.

Fazit
Reparatur gelungen, obwohl ich die Ursache nicht genau wusste. Seit dem lief sie nun schon etliche Male und piepst immer nur brav, wenn sie fertig ist. Was ich mich fragen könnte: War das schon so beim Vorbesitzer und er hat mir das verschwiegen? Ich habe nicht nachgehakt, aber eine Bewertung hat er von mir bisher nicht erhalten. Ich freute mich, dass ich nun so eine feine Spülmaschine habe – sie macht wirklich super sauber! – und das man nicht immer alles neu kaufen muss. Ähnlich wie bei unserer Waschmaschine.

Mit einem Tag Verzögerung meldeten sich dann auch die anderen beiden. Zu spät.

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