Unnötige Datenverwaltungs-Einschränkung

Ich bin einer der vermutlich ganz wenigen, die mehr oder weniger regelmässig in die gespeicherten Browser-Daten, hauptsächlich Cookies, schauen und diese ggf. löschen. Üblich scheint das nicht zu sein, sonst würde es wohl einfacher gehen.

Die Art der Verwaltung dieser „Websitedaten“ war für mich übrigens mit ein Grund, von Safari weg zu wechseln. Lange Zeit habe ich den gern benutzt, vor allem, weil er schnell und einfach war. Aber wie der Browser mir die Cookies angezeigt hat und wie ich die verwalten kann, das grenzt schon an mutwillige Behinderung. Okay, man muss sich erst zu den Einstellungen klicken, das sind bei jedem Browser drei, vier Klickereien. Beim Safari ist es „Einstellungen / Datenschutz“ und dort „Websitedaten verwalten…“:

Wenn man dort drauf klickt, dann öffnet sich ein weiteres Fenster und die Liste wird geladen. Und geladen. Und geladen. Das dauert selbst an einem Rechner mit I7-CPU so lange, das man glaubt, da kommt nix mehr. Irgendwann erscheint dann doch die Liste der URLs und eine kleine Anzeige, welche Daten gespeichert werden (Cookie, Cache, Datenbank…). Und dann kann man entweder unten „Alle entfernen“ anklicken, oder man muss jeden einzelnen verdammten Eintrag einzeln auswählen bzw. markieren und dann unten „entfernen“ klicken. Man kann auch mehrere markieren und gemeinsam entfernen, aber das dauert dann entsprechend länger. Insgesamt dauert das alles viel länger als man bei der geringen Datenmenge eigentlich erwarten würde. Ich glaub, in Fotos eine kurze Dia-Show in einen HD-Film zu exportieren dauert am gleichen Mac auch nicht wesentlich länger.

Das dauert aber auch bei einer einzigen URL-Auswahl! Und hat man mehrere markiert und entfernt, dann springt er ans untere Ende, so dass die Einträge darüber eventuell nicht mehr sichtbar sind. Und manchmal lassen sich Einträge gar nicht entfernen, scheinbar wenn die auch eine „Datenbank“ verwenden. Das ist so wahnsinnig nervig, als wenn man das eigentlich gar nicht machen soll. Aber was hätte Apple davon, dass man die Cookies nicht löscht? Nur weils sonst keiner macht? Ich habe keine Ahnung und ich will auch nicht weiter recherchieren, weil ich mich bestimmt aufregen werde. Mein Fazit: Ich nutze eben den Safari nicht mehr, der ist Datenschutztechnisch sowieso eher fragwürdig. Ja, ich sitze trotzdem an einem Mac.

Mit Brave war dann alles anders. Die vier Klicks zu den Einstellungen mit den Cookies und dann kann man mit einem Klick aufs Papierkorb-Symbol den jeweiligen Cookie entfernen und ich war flott am Ende der Liste. Moment: …dann kann man…? Man konnte! Seit einem der letzten Updates kommt auch dort erstmal so ein Idiot-willst-du-wirklich-löschen-Hinweis:

Aaaaah! ICH KÖNNTE DIE ANSCHREIEN! Was soll der Mist? Das sind nur blöde Cookies, da braucht nicht solch ein Hinweis hin! Das verdreifacht den Zeitaufwand, um auch hier eben mal die Cookies zu löschen. Es ist so zum kotzen. Wenn es jedenfalls nur käme, weil die Seite noch in einem Tab offen ist.. nein, es kommt immer. Brave ist im Grunde ein prima Browser, wenn man nach der Installation einige bescheuerte Optionen korrigiert. Was mich von Anfang an störte: Die diskret aufdringliche Art und Weise, wenn es ein neues Update gibt. Und dann wird einem sowas untergejubelt. Fehlt nur noch ne Toolbar.

Existiert eigentlich ein Profi-OS inkl. gängiger Software, wo es all solche Nerv-Requests nicht gibt oder man sie zumindest abschalten kann? Und gleichzeitig nicht im Hintergrund mit irgendwelchen Servern getuschelt wird? Das würde ich für den Alltagsgebrauch sofort nehmen. Vielleicht sollte ich mich bei den BSDs mal wieder umschauen. Da hat sich seit meinem letzten OpenBSD-Besuch von vor… gefühlten (oder echten?) 20 Jahren bestimmt einiges getan.

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