Abstand – eine zeitliche Beobachtung

Es ist wirklich nicht so, dass ich wie ein „Car-Spotter“ oder ähnliche Typen wild hinterher bin und diese Situationen aktiv suchen würde: Nein, es springt mich förmlich an. Wenn ich in Oldenburg unterwegs bin, dann brauche ich gar nicht lange warten, bis ich es zufällig irgendwo an einer Ampel beobachten kann. Und das nicht nur, wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, mit dem Rad vielleicht noch häufiger. Aber dann zücke ich nie mein Handy für ein schnelles Foto. Im Auto, an der roten Ampel, schon.

Ihr wisst noch nicht, wo rum es geht? Vor gut einem viertel Jahr präsentierte ich hier als Bild der Woche meine Feststellung, dass es ganz offenbar einen gewissen auffälligen Anteil an Autofahrern gibt, die es irgendwie nicht schaffen, bis an die vorgesehene Haltelinie zu fahren: Klick. Und seit dem ist es mir natürlich weiterhin aufgefallen. Immer, wenn sich folgend eine Gelegenheit bot, versuchte ich, das mit einem Foto festzuhalten. Idealerweise so, dass man die freie Fahrbahn mit der leeren Haltelinie sieht und im Rückspiegel das „irgendwo weiter hinten“ stehende Fahrzeug. Hier zeige ich euch mal ein paar gelungene Schnappschüsse:

Vorne viel Platz, hinten staut es sich

 

Hier steht nur einer, aber auch der könnte einige Meter weiter ausrollen… Angst vor Blau?

 

Hält er/ sie die Haltelinie für eine Schneewehe?

 

Am liebsten hätte ich mich davor gestellt, einfach nur so, weil es geht

 

Ohne Spiegel könnte man meinen, da kommt nix

Sollte mal ein Verkehrs- oder Stauforscher das näher studieren und analysieren, ich glaube, der würde aus Verzweifelung dem Suff verfallen. Und das nicht wegen der vermutlich erstaunlich vielen „Freimeter“, die Gesamtstraßenverkehrspolitisch zusammenkämen und vielleicht in der Addition komplette Umgehungsstraßen unnötig machen würde, würde man dieses Verhalten auf alle Haltelinien an den Straßen Deutschlands extrapolieren, sondern vor allem wegen der Antworten, die man bei einer Befragung der jeweiligen Fahrer über eben dieses merkwürdige Verhalten zu hören bekäme.
Dazu kommt dann ja noch meine – ja, auch subjetive – Feststellung, dass viele Verkehrsteilnehmer scheinbar die Reaktionszeit eines Pflastersteins haben: Man steht vor der roten Ampel mit der einzigen Aufgabe, auf Grün zu warten. Und wird es dann Grün, dann passiert erstmal nix. „Oh, was wie, Hä?“ Oder liegt es an der mangelnden Konzentrationsfähigkeit des zeitgenössischen Menschen oder weil genau jetzt gerade eben „was wichtiges“ am Handy gemacht werden muss? Oder weil man einfach ein egozentrisches Arschloch ist? Ich glaube, ich will auch hier die Antwort gar nicht so genau wissen.

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