Ich muss noch einen Nachtrag bringen, denn gestern habe ich den Artikel wohl zu schnell veröffentlicht. Es hat zwar alles geklappt wie beschrieben, aber vorher gab es nochmal nen DNS-bezogenen Fehler. Das möchte ich jetzt auch noch hier klären. Und dann kann ich auch gleich erzählen, was ich gestern übersprungen hatte.
Die Installation von Photoprism lief also, der Balken wuchs sehr langsam bis 33%, dann bis 83% und war irgendwann fertig. Zur Erinnerung: Das ganze läuft auf einem Pi 3 B, per WLAN am Netz, gestartet über Zugriff im Web-Browser. Da ist die Geschwindigkeit im Bereich „Funktional, aber nicht üppig“. Und als ich meinen Artikel fertig hatte und wieder bei CasaOS vorbei schaute, da sah ich wieder einen Error, ähnlich wie beim vorherigen Mal. Jetzt war ein anderer Server nicht erreichbar. Lernfähig, faul und spontan wie ich nunmal bin, machte ich wieder einen nslookup auf die angezeigte Domain, um die IP rauszufinden. Diese trug ich dann auch noch in die /etc/hosts im Pi ein. Dort sind jetzt also zwei weitere Einträge vorhanden:
3.94.224.37 registry-1.docker.io
104.16.98.215 production.cloudflare.docker.com
Ich startete die Installation der App erneut und nun lief alles durch. Da muss ich wohl doch mal gucken, wozu ich Photoprism am besten verwenden kann… was noch praktisch ist: In CasaOS ist auch ein Terminal-Zugriff eingebaut. Wozu? werdet ihr vielleicht fragen, man kann doch den üblichen Weg über SSH gehen? Ja, aber! Ich habe in meinem Router NO-IP als DynDNS-Dienst eingerichtet. Und dann habe ich bei einer meiner speziellen Domains eine Subdomain angelegt und bei dieser den CNAME Record geändert, so dass der auf meinen NO-IP-Namen zeigt. Dazu noch ein passendes Portforwarding im Router und taaa-ta: Ich kann remote mein CasaOS bedienen. Und wegen des eingebauten Terminal-Zugriffs auch auf den gesamten Pi-Casa-Rechner. Den Screenshot oben habe ich gerade davon gemacht, denn ich sitze aktuell ca. 2,7km Luftlinie entfernt vom Schreibtisch im ersten OG meines Hauses. Da braucht man dann auch kein Connect mehr einrichten 😉
So, und nun erzähle ich noch von den Hürden, die ich bis zur Nutzung von CasaOS noch nehmen musste. Auch leicht gekürzt, aber das wesentliche ist erwähnt.
Erstmal brauchte ich eine neue SD-Karte, denn die im Raspberry vorhandene war mit 8GB zu klein. Also habe ich die größere über den Imager bespielt. Da war schon die erste Hürde, denn ich hatte nur mein „altes“ Macbook Air dabei. Es funktioniert wunderbar, aber es ist noch MacOS 10.13.6 drauf. Hier gibt es ältere Versionen vom Imager, die V. 1.7 läuft bei mir. Verdammt, die SD wird nicht erkannt? Alles probiert, an verschiedenen Rechnern: Nicht lesbar. Was soll das? Also am nächsten Tag mit einer anderen SD-Karte erneut das Image drauf. Dann wieder Pi starten, Ersteinrichtung und CasaOS-Installation starten. Danach daheim weitermachen. Obwohl ich in den Settings vom Imager schon die WLAN-Daten von zuhause eingegeben hatte, konnte ich den Raspi nicht im Netzwerk finden. Also erstmal eine USB-Tastatur finden. Und aber die Login-Daten etc. blind eingeben? Kannste vergessen. Meinen Monitor unten konnte ich nicht nehmen, weil… argl. Ach, da war ja noch der Harmann Kardon oben! Nun noch ein USB-Netzteil rausgekramt und der Pi startete. Der Monitor zeigte ein Login-Bild und dann wieder nix… der Pi startete erneut? Statt des USB-Netzteils steckte ich ihn nun in die USB-Buchse des Dell Latitudes, der hier auf seinen seltenen Einsatz wartet… das war nicht viel besser. Also bestellte ich bei Amazon letztendlich ein Viererpack USB-Lader, die sogar mehr als 3 Ampere können. Warten bis zur Lieferung. Kein Prime.
Endlich kam ich so weit, dass ich die IP für CasaOS in meinem Browser aufrufen konnte. Hübsch. Aber irgendwie ging nicht alles so, wie ich dachte und ich war noch gar nicht dabei, Apps zu installieren. Irgendwie verhielt sich alles unlogisch. Ich loggte mich aus, wollte wieder rein aber war noch drin? Dann baute sich die Seite nicht vollständig auf, Elemente fehlten… Nee! Schnauze voll und den letzten Hinweis aus dem Installationsskript befolgt: casaos-uninstall. Dann nehme ich halt Umbrel oder ZimaOS oder was auch immer als erstes funktioniert. Aber was ich dann so las, das fand ich auch irgendwie doof. Dann kam ich auf folgenden Gedanken: Ich installierte das ja ursprünglich in einem völlig anderem Netzwerk. Vielleicht hat sich CasaOS dabei die „falschen“ Netz-Daten gemerkt? Also zuhause am Rechner per SSH auf den Kleinen und mittlerweile konnte ich die Zeile auswendig: wget -qO- https://get.casaos.io | sudo bash. Rödeln lassen. Dann wieder im Browser aufrufen.
Jetzt sind wir wieder bei der zweiten Hälfte des letzten Artikels bzw. hier am Anfang.
Es ist ganz angenehm, über den Browser auf die Dateien zugreifen zu können. Nicht ganz so praktisch wie z.B. Nextcloud mit automagischer Synchronisation, aber ich kann auch auf den eingesteckten 64gb-USB-Stick zugreifen und dort auch Ordner „teilen“, also mit einem Mausklick smb-Freigaben einrichten. Doch ich muss sagen: Die Sicherheitsdecke ist dünn: Wer sich ins CasaOS einloggen kann, kann alles. Sieht alle Daten, ist sogar in meinem Heim-Lan. Und der smb-Zugriff ist auch nicht weiter gesichert. Das muss ich irgendwie weiter absichern. Also erstmal einen anderen Port verwenden, die Subdomain vielleicht etwas kryptischer und das Login für Casa unerratbar machen (nix mit admin, holger, raspi etc.). Und ich meine, ich hätte irgendwo eine App gesehen, welche eine Benutzerverwaltung für CasaOS anbietet. Na, da habe ich erstmal was zu lesen.
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