Werbung für den Wahnsinn

Da daddel ich mal ein kleines Kartenspiel am iPhone und zwischen zwei Partien ploppt immer mal Werbung auf. Die Solitair-App ist schon ziemlich alt und ich habe und werde sie niemals updaten. Deswegen ist vermutlich auch die Werbung wirklich diskret und oft „einfach nur“ von Apple. Aber wie die mir jetzt das neueste iPhone anschwatzen wollen, weil die wohl gemerkt haben, dass ich nur son doofes altes iPhone 8 (tze, das ist vollkommen ausreichend) habe, das ist schon irre:

Den Teufel ins Haus holen

„Das iPhone kann bestimmte Geräusche wie eine Türklingel oder laufendes Wasser erkennen und dich benachrichtigen.
Bedienungshilfen.
Es steckt mehr in einem iPhone.“

Da wird ganz offen damit geworben, dass das iPhone nun immer mithört, was so ums Smartphone herum passiert. Was da nicht so steht: Das funktioniert bestimmt nur, wenn man online ist. Es werden Daten hin und her geschickt. Von allem, was da so abgeht, sonst könnte man es ja nicht unterscheiden. Mir kommen dabei sofort etliche Fragen hoch, deren mögliche Antworten mich erschaudern lassen könnten: Wie genau funktioniert das denn? Wo bin ich, wo ist mein iPhone in dem Moment, wer hört die Geräusche und wo werde ich informiert? Nur daheim? Bei Freunden? In der Kneipe? Wollen die das alle? Was wird erkannt und verarbeitet, wenn man mal pinkeln muss oder wenn was anderes klingelt… ein weiteres Telefon? Radio hören? Nachbars Tür ist offen und dort bimmelt es? Staubsaugen? Der Hund schlabbert Wasser? Man stößt mit einem Glas Sekt oder Bier an? Die Spülmaschine läuft? Oder man macht nen Quickie auf der Couch? Das iPhone hört das alles! Und damit auch eine ganze Abteilung bei Apple, wollen wir wetten?
Ich weiß gar nicht, wie ich den folgenden Satz formulieren soll: Wenn die Marketing-Abteilung annimmt, dass das ein Werbe-Argument ist, welches „die Leute“ überzeugt, was sind das dann für Leute? Also mir jagt sowas einen Schrecken ein!

One thought on “Werbung für den Wahnsinn

  1. M.T. von der anderen Weserseite ist begeistert beim testen seines Google Pixels. Warum? Das Smartphone kann ihm zu jederzeit sagen, welche Lieder er so in den letzten Tagen gehört hat. Das ist vor allem deswegen geil, weil er ja viel Radio hört und dann manchmal nicht weiß welcher Song das war. Google hilft.

    Mein Tipp – Der Radiosender deines Vertrauens veröffentlicht seine Playlist (z.B. https://www.bremenvier.de/programm/titelsuche-100.html). Da kann man flott nachschauen – wurde als altbacken abgetan.

    Also ja: Das sind Features, mit denen man Kunden begeistern kann.

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